Glarus - Engelberg
Tag 6 - 10


Die Wolken hängen tief, als ich heute Morgen Glaus verlasse. Über Schwendi steige ich hinauf zur Alp Oberstaffel. Es ist so ziemlich ein Tiefpunkt hier oben auf der Alp. Dichter Nebel, alles ist nass. Ich überlege, ob ich bei der mir entgegenströmenden "Gastfreundschaft" gleich weitergehen soll. Der Regen und die Tageszeit überzeugen mich zu bleiben. Es wird Morgen und die Sonne erwärmt die regengetränkte Landschaft.


Früh mache ich mich auf den Weg. Das Gras steht hoch und der Morgentau hängt schwer an den Gräsern. Jetzt bekomme ich den Nachteil meiner luftigen Trailrunningschuhe hautnah zu spüren. Das luftige Material lässt zwar die Wärme sehr gut entweichen, aber auch das Wasser fast ungehindert in die Schuhe eindringen und so gibt es bald keinen Unterschied mehr zwischen dem nassen Gras und meinen Socken.

Über den Oberblegisee und Braunwald erreiche bald mein heutiges Tagesziel den Urnerboden.


Der nächste Tag führt mich über den Klausenpass nach Ratzi oberhalb von Spirigen. Ein schöner Platz mit Blick auf das Schärhorn und das Schächental. Sogar die Hauskatze lässt sich zu einem Selfi überreden.
Der Abstieg nach Spirigen über die glitschigen, nassen Wiesen ist sehr mühsam. Warum habe ich auch die Gondelbahn verschmäht? Nach Altdorf überquere ich das Reusstal und die Gotthardlinie nach Attinghausen. Nun wieder 1000 Höhenmeter hinauf zum Brüsti und weiter zur Alp Grat. Hier habe ich vor etwa 40 Jahren schon einmal übernachtet. Ich bin der einzige Gast und so gibt es gleich Familienanschluss. Der alte Stall ist einem Neubau gewichen, was mir nun ein wunderbares Nachtlager beschert.
Der nächste Morgen ist nicht gerade wanderfreundlich. Dichter Nebel hüllt die Alp ein, dazu leichter Nieselregen. Was soll's, der Weg Richtung Surenenpass ist gut zu erkennen. Der "ewig Schnee" vor der Passhöhe macht seinem Namen alle Ehre. Harter Lawinenschnee, durchsetzt mit Geröll und Dreck, und dichter Nebel erschweren die Wegfindung. Nach der Passhöhe ist der Weg schneefrei und es bleibt ein langer Abstieg nach Engelberg.


