Engelberg - Kandersteg
Tag 11 - 17


Die touristischen Hotspots nehmen zu. Im Bereich der Bergbahnen Engelberg bin ich als Wanderer mit grossem Rucksack deutlich in der Minderheit. Neben den Touristenströmen der Bergbahnen kehrt sofort wieder Ruhe ein. Über den Jochpass und die Engstlenalp geht es zur Tannalp.



In der Nacht hat es geregnet. Die aufgehende Sonne lässt die Feuchtigkeit in wilden Wolken explodieren. Auf einem matschigen Höhenweg geht es hinüber zum Gummenhubel, fast 2000 Höhenmeter über Meiringen, meinem heutigen Ziel.

Eine wunderschöne Etappe von Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald steht bevor. Unter strahlend blauem Himmel trotzen die vergletscherten Berge des Berner Oberlandes. Grindelwald ist wieder eine Nummer größer, was den internationalen Tourismus betrifft. Da ich zu Fuss mit Rucksack unterwegs bin, bekomme ich auf dem Campingplatz noch ein paar Quadratmeter freie Wiese. Im Restaurant werde ich auf Englisch angesprochen. Ich sitze neben Touristen, die mit ihren Handys versuchen, die Speisekarte zu übersetzen.


Bei Tagesanbruch packe ich meine Sachen und mache mich auf den Weg zur Kleinen Scheidegg. Auf der Kleinen Scheidegg ist es fast ruhig. Die meisten Besucher des Jungfraujochs fahren jetzt mit dem Eigerexpress direkt zum Eigergletscher und steigen dort in den Zug zum Jungfraujoch. Ich mache mich auf den Abstieg über die Wengeneralp zu den Tümmelbachfällen. Von dort geht es entlang der Weissen Lütschine nach Stechelberg.


Im Angesicht von Eiger Münch und Jungfrau steige ich heute über Mürren zur Rotstockhütte auf. Die Hütte ist bis auf den letzten Platz belegt. Die Hütte gehört noch zur alten Sorte mit engen Platzverhältnissen. So bin ich froh, dass ich die Hütte am nächsten Morgen früh verlassen kann. Über die Sefinenfurgge führt der Weg ins Kiental. Im Gasthaus Golderli geht es wieder fast familiär zu, mit viel Platz und feinem Essen.



Da das Hohtürli wegen Bauarbeiten gesperrt ist wähle ich die Route über Ramslauenen, Giesegrat, Ober- und Undergiesenen nach Kandersteg. Die offizielle Ausweichroute wäre kürzer gewesen... was soll's.